Workshop NextGen Payments: Revolution oder Evolution bis 2030?

Entdecken Sie in unserem Workshop die Trends der Zukunft. Wir zeigen Ihnen, wie sich die Zukunftstreiber aus Digitalisierung, Regulation & Cyber Security auf Ihre Geschäftsmodelle auswirken und erarbeiten mit Ihnen individuelle Lösungsansätze.

Zahlungsverkehr ist konstanten Veränderungen unterworfen, die sich in der letzten Zeit nochmals beschleunigt haben. Sie zeigen sich in den Zukunftstreibern Digitalisierung, Regulation und CyberSecurity. Als Bank und Finanzdienstleister ist es jetzt entscheidend, vorauszudenken und sich auf die Zukunft vorzubereiten. Welchen Einfluss haben diese Zukunftstreiber auf Ihr Geschäftsmodell?

Unser exklusiver Workshop “Next Gen Payments” ist individuell auf Ihr Unternehmen und Ihre Herausforderungen zugeschnitten. Wir erkunden gemeinsam die Zukunftstreiber und analysieren deren Auswirkungen auf Ihr Unternehmen. Unsere Experten führen Sie durch die neuesten Trends und zeigen Ihnen, wie Sie sich optimal positionieren können.

Ihr Mehrwert

  • Aufzeigen der aktuellen Trends und relevanten Entwicklungen für Ihr Haus
  • Bewertung von Wirtschaftlichkeit, Chancen und Risiken
  • Ableitung einer individuellen strategischen Roadmap zur Weiterentwicklung Ihrer Geschäftsmodelle

Workshop-Inhalte (4-5 Stunden)

  • Impulsvortrag „Payment im Spannungsfeld von Regulation, Digitalisierung und Cyber Security“ von unseren Experten
  • Gemeinsame Auswirkungsanalyse auf Ihre aktuellen Geschäftsmodelle
  • Ableitung strategischer und operativer Maßnahmen sowie Aufzeigen der relevanten Handlungsfelder

Wir freuen uns, Sie bei der Ausgestaltung des Payments von morgen zu unterstützen und Sie dafür zukunftsfähig zu machen.

Andre Standke

Jens Hegeler

Dr. Carlos Nasher

Eike Maybaum

Was Banken und Zahlungsdienstleister jetzt über PSD3 und PSR wissen sollten

Die Finanzwelt befindet sich in einem ständigen Wandel, angetrieben insbesondere durch technologische Fortschritte und regulatorische Anpassungen. Die aktuellen Regulierungsvorhaben der europäischen Kommission PSD3 (Payment Service Directive 3) und PSR (Payment Service Regulation) werden weitere Schritte in dieser Entwicklung sein. Sie zielen laut der EU-Kommission darauf ab, den Zahlungsverkehr innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums zu harmonisieren, die Sicherheit von Zahlungsvorgängen zu erhöhen und den Wettbewerb im Zahlungsverkehr zu fördern. Für Banken und Zahlungsdienstleister ergeben sich aus diesen neuen Regelungen eine Reihe von Herausforderungen, aber auch Chancen.

In diesem Blogartikel gehen wir auf die Kernpunkte von der PSD3 und PSR sowie ihre potenziellen Auswirkungen auf Banken und Zahlungsdienstleister ein. Dabei zeigen wir auf, welche Maßnahmen es zu ergreifen gilt, um die regulatorischen Anforderungen effizient und rechtzeitig umzusetzen.

Was sind PSD3 und PSR?

Die PSD3 baut auf den Vorgängerregulierungen, insbesondere der PSD2, auf und konkretisiert bestehende Regularien. Sie sieht u.a. eine erweiterte Gefährdungshaftung von Banken vor und legt neue IT- und Risikostandards fest. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der starken Kundenauthentifizierung und der transparenten Gestaltung des Zahlungsverkehrs.

Die PSR-Verordnung ergänzt die PSD3 und führt zu direkt gültigem Recht in allen EU-Staaten. Ihr Ziel ist es, Regulierungsstandards innerhalb der EU zu harmonisieren und eine einheitliche Regelung im europäischen Zahlungsverkehr sicherzustellen.

Die Ziele von PSD3 und PSR:

Im Juli 2023 veröffentlichte die Europäische Kommission erstmals den Entwurf der PSD3-Richtlinie. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, müssen sich Banken und Zahlungsdienstleister, sofern der Gesetzgebungsprozess bis zum Ende der Legislaturperiode des EU-Parlaments abgeschlossen sein wird, bis 2025/26 auf diese Neuerungen vorbereiten und frühzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen.

PSD3-Implementierungszeitplan (2023 – 2026)

Was bedeutet das für Banken und Zahlungsdienstleister?

Die Anpassung an die neuen Vorgaben der PSD3 ist für Banken und Zahlungsdienstleister wesentlich, um Gesetzeskonformität sicherzustellen und Chancen zu nutzen. Dabei ergeben sich folgende Auswirkungen mit Handlungsbedarf:

Strong Customer Authentication (SCA): Die Einführung strengerer Anforderungen an die Kundenauthentifizierung bedeutet, dass Banken und Zahlungsdienstleister in die Entwicklung und Implementierung robusterer und innovativer Sicherheitsmechanismen investieren müssen. Dies kann die Sicherheit im Zahlungsverkehr erhöhen, ist jedoch mit Umsetzungskosten und zusätzlicher Komplexität bei der Anpassung von Systemen und Prozessen verbunden.

Erweiterte Haftung für Zahlungsinstitute: Mit der Verschärfung der Haftungsregeln bei Betrugsfällen werden Banken und Zahlungsdienstleister stärker in die Verantwortung genommen. So werden die Emittenten künftig nachweisen müssen, dass bspw. eine betrügerische Transaktion zweifelsfrei auf ein Fehlverhalten des Kunden zurückzuführen ist, um nicht haften zu müssen. Das wird in vielen Fällen schwierig darzustellen bzw. nicht im Interesse der Beziehung zum betreffenden Kunden sein. Mit Investitionen in die Kundenkommunikation, in die Prävention und Abwicklung von missbräuchlichen Transaktionen ist ebenso zu rechnen wie mit der Herausforderung, ein effizientes Gleichgewicht zwischen der Conversion von Transaktionen sowie der Eindämmung von Missbrauch beizubehalten. Außerdem könnte die Umkehr der Beweispflicht einen massiven Einfluss auf das Verhalten der Kunden haben. Das Thema „Fraud“ wird deutlich an Dynamik gewinnen. Das zeigt sich bereits in der UK, wo allein die Teilung des Haftungsrisikos zu einer deutlichen Erhöhung der Schäden geführt hat. Das Thema „Fraud“ sollte bei Zahlungsinstituten wesentliche Priorität in den nächsten Jahren haben.

Transaktionsüberwachung und Austausch betrugsbezogener Daten: Um Betrugsfälle effektiv zu bekämpfen, müssen Banken und Zahlungsdienstleister Transaktionen überwachen und betrugsbezogene Daten untereinander austauschen, um frühzeitig Warnzeichen zu erkennen und angemessen zu reagieren.

IBAN-Name-Check: Die Implementierung des IBAN-Name-Checks erfordert die Überprüfung der eingegebenen IBAN und des zugehörigen Kontoinhabernamens, um Betrugsfälle zu reduzieren und die Transaktionssicherheit zu erhöhen. Dies kann für Banken zusätzliche Kosten bedeuten, da sie ihre bestehenden Systeme und Prozesse anpassen müssen, um diese neue Maßnahme zu integrieren.

Verbot von Gebühren für bestimmte Zahlungsdienste: Die PSD2 führte das Surcharge-Verbot ein, das Anbietern verbietet, von Kunden Aufpreise für bestimmte Zahlungsmittel zu erheben. Mit dem neuen Entwurf der PSR wird das Verbot auf verschiedene Bereiche erweitert, darunter Überweisungen, Lastschriften und E-Geld-Zahlungen. Banken und Zahlungsdienstleister sollten nun alternative Einnahmequellen identifizieren und neue Serviceangebote entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Auswirkungen der PSD 3 auf Banken und Zahlungsdienstleister auf einen Blick:

Was sind die nächsten Schritte für eine reibungslose Umsetzung von PSD3 und PSR?

In Anbetracht dieser neuen Regulierungen ist es für Banken und Zahlungsdienstleister entscheidend, nun proaktiv zu handeln, um frühzeitig die Einhaltung der Vorschriften darzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Profitabilität ihrer Angebote abzusichern.

Folgende Maßnahmen sollten ergriffen werden, um die neuen Regularien zu erfüllen und erfolgreich umzusetzen:

Optimierung der Sicherheitsmechanismen:

Fortschrittliche Authentifizierungstechnologien, die sowohl sicher als auch benutzerfreundlich sind, sollten eingeführt werden, um die Anforderungen von PSD3 zu erfüllen.

Stärkung der Betrugserkennung und -prävention:

Betrugserkennungs- und Risikomanagementsystemen sollten integriert werden, um betrügerische Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Das Personal sollte in der Identifizierung verdächtiger Transaktionen geschult werden, um das Bewusstsein für Betrugsprävention zu stärken. Entscheider sollten sich zu den Fraud Themen austauschen, um voneinander zu lernen und Synergien zu schaffen.

Integration des IBAN-Name-Checks:

Automatisierte Lösungen für den IBAN-Name-Check sollten eingeführt werden, um den Anforderungen zu entsprechen. Inwieweit eine Verbesserung von Effizienz und Sicherheit von Zahlungstransaktionen entsteht, bleibt abzuwarten.

Entwicklung alternativer Einnahmequellen:

Neue Serviceangebote und Zahlungslösungen, die zusätzliche Mehrwerte für Kunden bieten, wie z. B. innovative Finanzdienstleistungen oder personalisierte Angebote sollten eingeführt werden. Das Geschäftsmodell sollte durch die Erschließung neuer Märkte oder Partnerschaften diversifiziert werden, um zusätzliche Umsatzquellen zu erschließen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mit unserer langjährigen Expertise in den Bereichen Zahlungsverkehr und Regulierung navigieren wir unsere Kunden durch die komplexen Anforderungen des Payment-Marktes, insbesondere von PSD3 und PSR. Unser Expertenteam unterstützt Sie dabei, die Entwicklungen am Markt für sich zu nutzen, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und Ihre Geschäftsmodelle zukunftsfähig zu gestalten. Von der Analyse der Geschäftsprozesse, der Identifizierung und Erschließung neuer Einnahmequellen bis zur Auswahl und Implementierung von Technologielösungen – gemeinsam können wir die Position Ihres Unternehmens im Payment stärken. Sprechen Sie uns gerne an.

Jens Hegeler

Hauke Peters

Apple bietet Öffnung des NFC-Zugangs für Drittanbieter an

Apple hat kürzlich ein Verpflichtungsangebot veröffentlicht, das den NFC-Zugang auf iOS-Geräten für Drittanbieter in Zukunft öffnen könnte. Diese Entscheidung, die als Reaktion auf die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Europäischen Kommission erfolgte, bietet Drittanbietern, insbesondere Banken und Zahlungsdienstleistern, die Chance ihre eigenen Apps auf iOS-Geräten auszubauen und ihren Kunden das Bezahlen über diese zu ermöglichen.

Der Kern des Konflikts

Derzeit ist Apple Pay in Europa die einzige mobile Geldbörse, die Zugriff auf Apples NFC-Technologie hat. Dies ist die am weitesten verbreitete und akzeptierte Option für kontaktlose Zahlungen am Point-of-Sale (POS). Die Europäische Kommission sah darin einen potenziellen Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrichtlinien, da Apple somit seine Marktmacht innerhalb der EU ausnutzen und den Wettbewerb verhindern kann.

Apples Lösung

Um die Bedenken auszuräumen, hat Apple, gemäß Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates vom 16. Dezember 2002 zur Durchführung der in den Artikeln 81 und 82 des Vertrags niedergelegten Wettbewerbsregeln, eine Reihe von Verpflichtungen angeboten:

  • Öffnung des NFC-Zugangs: Drittanbieter von mobilen Geldbörsen und Zahlungsdienstenkönnen kostenlos auf die NFC-Funktion von iOS-Geräten zugreifen.
  • Gleichberechtigung: Alle Entwickler im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und Nutzer mit einer im EWR registrierten Apple-ID profitieren von dieser Änderung.
  • Erweiterte Funktionen: Apple plant zusätzliche Funktionen wie bevorzugte Zahlungs-Apps und Zugang zu Authentifizierungsfunktionen bereitzustellen.
  • Drittanbieterlösung ohne Unterdrückung: Drittanbietern sollen ihre Bezahllösungen als App ohne Überlagerung durch Apple Pay gestalten können. In der Schweiz kam es bereits zu einem Rechtsstreit mit TWINT aufgrund von automatischer Überlagerung der eigenen App durch Apple Pay.
  • Transparente Kriterien: Apple verpflichtet sich, faire und diskriminierungsfreie Kriterien für die Gewährung des NFC-Zugangs anzuwenden.
  • Streitbeilegungsmechanismus: Ein unabhängiger Mechanismus wird eingerichtet, um Entscheidungen von Apple zur Verweigerung des NFC-Zugangs zu überprüfen.

Diese Verpflichtungen sind für zehn Jahre gültig und sollen von einem unabhängigen Überwachungstreuhänder, der regelmäßig Bericht erstattet, kontrolliert werden. Im weiteren Verlauf werden alle betroffenen Marktteilnehmer dazu aufgefordert innerhalb eines Monats nach Veröffentlichung des Verpflichtungsangebots Stellung zu nehmen und eine Rückmeldung über die Wirksamkeit und Vorschläge zur Verbesserung zu geben. Daraufhin wird die Europäische Kommission diese prüfen und bewerten, damit die Interessen aller Parteien berücksichtigt werden können. Danach wird der Wortlaut auf der Website der Europäischen Kommission veröffentlicht, um öffentliche Meinungen einzuholen. Erst nach Evaluierung und Berücksichtigung der Stellungnahmen trifft die Kommission eine endgültige Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung des Verpflichtungsangebots von Apple.

Die Auswirkungen auf den Markt

Eine Öffnung des NFC-Zugangs von Apple hätte das Potenzial den Markt für mobile Zahlungen durch die Integration eigener Apps der Zahlungsdienstleister auf iOS-Geräten und den dadurch entstehenden Wettbewerb aktiv neu zu gestalten. Mit dieser Entscheidung könnte ein offenerer, wettbewerbsfähigerer Markt entstehen, der Innovationen fördert und den Verbrauchern mehr Auswahl bietet.

Für Anbieter von Mobile Payment Lösungen würde eine Öffnung von Apples NFC-Zugang mehrere Chancen bieten:

Markterweiterung: Zahlungsdienstleister haben damit Zugang zu einer breiteren Kundenbasis, da iOS-Geräte einen signifikanten Marktanteil haben.

Innovationsförderung: Durch eine höhere Anzahl an Marktteilnehmern und Wettbewerbsdruck ermöglicht die Öffnung der NFC-Schnittstelle innovative und kundenspezifische Zahlungslösungen zu entwickeln und einzuführen.

Stärkung der Wettbewerbsposition: Anwendungen von Zahlungsdienstleistern können durch den gleichberechtigten Zugang zum NFC-System von Apple nun erstmals mit Apple Pay konkurieren.

Integration in das iOS-Ökosystem: Zahlungsdienstleister können ihre Dienste besser in das Apple-Ökosystem integrieren und so die Benutzerfreundlichkeit ihrer Apps steigern.

Markenpräsenz: Durch die Präsenz auf iOS-Geräten können Zahlungsdienstleister ihre Markensichtbarkeit und -wahrnehmung verbessern.

Diese Faktoren haben das Potenzial, dass Zahlungsdienstleister ihre Position im Markt stärken und neue Wachstumsmöglichkeiten erschließen können.

Herausforderungen für Zahlungsdienstleister

Nur wenn Kunden bereit sind sich von ihren Gewohnheiten und Apple Pay zu lösen sowie den zusätzlichen Aufwand eines Wechsels in Kauf zu nehmen, würde die Öffnung des NFC-Zugangs durch Apple signifikante Veränderungen auf dem Markt für mobile Zahlungen bewirken. Da Apple Pay allerdings eine stark etablierte und bei iOS-Kunden beliebte und einfache Bezahllösung ist, wird es für andere Zahlungsdienstleister zur Herausforderung ihre eigenen Apps und Lösungen dagegen durchzusetzen. Apple Pay Nutzer müssten von der eigenen Lösung überzeugt werden und den Aufwand des Wechsels zu einer neuen Bezahlanwendung akzeptieren. Um diese Herausforderungen zu meistern, erfordert es eine durchdachte Strategie, Herangehensweise und Incentivierung.

Fazit

Eine zukünftige Öffnung des NFC-Zugang bei Apple Produkten, eröffnet Potenziale im Mobile Payment von denen Verbraucher und sowohl Unternehmen am POS als auch Zahlungsdienstleister profitieren könnten.

Banken und Zahlungsdienstleister stehen jetzt vor der Entscheidung, die eigene App mit einer Kartenintegration auf iOS-Geräten zu erweitern oder die bereits etablierte und beliebte Apple Pay-Lösung weiterhin zu nutzen. Es können aber auch beide Optionen zugleich verfolgt werden und sowohl Apple Pay als auch eine eigene Lösung angeboten werden. Für diese Entscheidung benötigt es Erfahrung im Payment-Umfeld, eine Chance/Risiken-Abwägung und eine geeignete Strategie. Gerne unterstützen wie Sie dabei mit unserer Fachexpertise und maßgeschneiderten Lösungsansätzen.  

Dr. Carlos Nasher

Florian Friedl

Das Geschäftsmodell Card-as-a-Service

Mit zunehmender Ausgabe virtueller Karten ergeben sich neue, innovative Use Cases, die allerdings auch Herausforderungen bei der Umsetzung mit sich bringen. Bisher entscheiden sich viele Unternehmen für klassische Co-Branding-Modelle, die aber nicht immer ausreichend Flexibilität bei der Gestaltung der Kartenprodukte und deren Funktionen ermöglichen. Des Weiteren bieten die Issuing Partner für die Co-Branding Projekte häufig keine modularen Lösungen mit Instant-Fähigkeiten an und es kommen ggf. geografische Einschränkungen dazu. Am Ende steht eine lange Time-to-Market.

Card-as-a-Service kann eine Alternative zum klassischen Co-Branding Ansatz für Unternehmen sein, die individuelle Kartenprodukte schnell entwickeln und auf den Markt bringen wollen.

Was ist Card-as-a-Service (CaaS) und welche Vorteile bietet dieses Geschäftsmodell?

CaaS beinhaltet umfassende Dienstleistungen zur Kartenausgabe, die es Unternehmen ermöglichen, (virtuelle) Karten schnell und lizenzfrei in ihre überwiegend digitalen Produktangebote zu integrieren. CaaS-Provider übernehmen für ihre Kunden den gesamten End-to-End-Prozess der Kartenausgabe – von der Kartenbestellung inklusive Risiko-/Bonitätsprüfung über die (digitale) Kartenzustellung bis zur Transaktionsabwicklung und Support bei der Kundenbetreuung. Mithilfe moderner APIs und programmierbarer Funktionen können Unternehmen ihre Kartenprogramme individuell anpassen, um eine effiziente und wertorientierte Zahlungsabwicklung bei ihren Kundenangeboten sicherzustellen. CaaS-Anbieter zeichnen sich durch eine hohe Integrationsfähigkeit und eine verbesserte UX ohne Medienbrüche aus, weshalb sie sich häufig auf die Ausgabe virtueller Karten fokussieren. Deren größter Vorteil ist das Instant Issuing, d.h. die virtuelle Karte ist in nur wenigen Minuten verfügbar. Dies eröffnet eine Vielzahl an Use Cases, die mit physischen Karten nicht abbildbar sind und bietet nicht nur für Endkunden, sondern auch für Händler, die CaaS Karten ausgeben zahlreiche Vorteile (siehe Darstellung unten).

Welche Use Cases gibt es für Card-as-a-Service?

Die interessantesten Use Cases ergeben sich in den Bereichen Financial Services, Mobility und Reisen sowie in der unternehmensinternen Prozessoptimierung. Einige Best Practices im Markt belegen das Potenzial von CaaS-Lösungen:

  • CaaS für Fintech. Ein Fintech, das sich auf die Kreditvergabe spezialisiert, gewinnt Marktanteile, indem es für seine Kunden einen sofortigen Kreditzugang schafft. Mit einer Karte funktioniert die Nutzung der geliehenen Mittel noch reibungsloser. Dadurch können die Kundenbasis vergrößert und Dienstleistungen schnell auf mehrere Märkte ausgeweitet werden.
  • Reisen. Eine US-Fluggesellschaft erstellt in Zusammenarbeit mit einem CaaSProvider zeitlich begrenzte und bereits aufgeladene virtuelle Unternehmenskarten in ihrer App für Fluggäste, deren Flüge eine Verspätung aufweisen oder deren Buchungen storniert wurden. Darüber hinaus ist es möglich, die Karte von der App aus in das mobile Wallet des Fluggastes zu übertragen und sie zum Bezahlen eines Hotels oder von Mahlzeiten zu verwenden. Sobald der Passagier den Flug antritt, wird die Karte deaktiviert. Dieser Prozess reduziert den zeitlichen Aufwand für die Umbuchungen am Schalter, die Ausgabe für Restaurants- oder Hotels-Coupons sowie die Abrechnung im Nachgang.
  • Optimierung Ausgabenmanagement. Im Kontext der Pandemie ist es zur strukturellen Veränderung von Arbeitsmodellen gekommen. Diese führen dazu, dass immer mehr Mitarbeiter/innen remote arbeiten bzw. nicht direkt nach der Einstellung dauerhaft im Büro sind. Großunternehmen können mithilfe von CaaS den neuen Mitarbeitern/innen über interne Apps schnell Zugriff auf virtuelle Unternehmenskarten gewähren. Dadurch können Einkäufe, die mit dem operativen Betrieb oder der Planung von Dienstreisen verbunden sind, schneller getätigt werden. Genauso können virtuelle Karten an Auftragnehmer im Außendienst verteilt werden, die Waren oder Dienstleistungen benötigen. So ist eine bessere Kontrolle der Ausgaben bei voller Transparenz möglich.

Zusätzlich ist es mit CaaS-Lösungen möglich, Lösungen für unterversorgte Marktsegmente oder auch kreative Lösungen für individuelle Anwendungsfälle zu entwickeln:

  • Neue Value Proposition für kleine und mittlere Unternehmen (KMU): Ausgabe von Smart Cards, die die Verwaltung von Ausgaben und Belegen erleichtern. So können KMU ihre Buchhaltung in Echtzeit verwalten und bei ihrer täglichen Arbeit Zeit sparen.
  • Taxi-Unternehmen können ihren Fahrern Zahlungskarten zur Verfügung stellen, um dadurch alle betrieblichen Transaktionen abzuwickeln.
  • Einführung von neuen Zahlungsinstrumenten für Kinder mit eingeschränktem Zugang, um gleichzeitig ihre Kenntnisse in Finanzfragen und Finanzbildung zu kontrollieren und gefahrlos zu verbessern. Einige Fintechs haben Zahlungskarten auf den Markt gebracht, mit denen Kinder einkaufen können, während die Eltern die Ausgaben über eine spezielle App überwachen.

Somit bietet Card-as-a-Service die Chance bislang nicht abgedeckte Kundensegmente zu erschließen.

Thede Consulting verfolgt die neuesten Entwicklungen und Produktangebote rund um das Thema Card-as-a-Service und unterstützt Unternehmen bei der Einführung von Card-as-a-Service Produkten sowie der Auswahl passender Anbieter.Wenn Sie mehr über die Vorteile dieses Geschäftsmodells für Ihr Unternehmen erfahren wollen, beraten wir Sie gerne.

Ekaterina Bakholdina

Eike Maybaum

Wie die Payment-Branche das Metaverse nutzen kann

Das Web 3.0 und seine Metaversen: Wir werfen einen Blick auf die nächste Generation des Internets, die physische und virtuelle Welten in einem dezentralisierten Ökosystem verbindet. Dieser Artikel zeigt das Potential der Metaverse für Finanzinstitute und Unternehmen, bietet Einsichten in seine Kernattribute sowie Struktur und beleuchtet finanzielle und regulatorische Aspekte. Außerdem gehen wir darauf ein, wie Unternehmen bereits heute Strategien für die Nutzung und Profitabilität in den neuen digitalen Dimensionen ausrichten können und sich auf die Entwicklungen optimal vorbereiten können.

Bereits das Web 2.0 hat in unserer Welt viele Bereiche spürbar verändert. Die Möglichkeit, jederzeit, schnell und einfach auf Informationen und Dienstleistungen zuzugreifen, Waren zu kaufen und zu verkaufen sowie zu kommunizieren ist zum Standard geworden. Das Web 3.0 und die damit einhergehenden Metaversen stellen nun die nächste Generationsstufe des Internets dar und erweitern es um eine dreidimensionale Ebene. Dafür vereinen Metaversen mehrere Technologien zu einem dezentralen, demokratisierten und interoperablen Ökosystem und versuchen so die physische und virtuelle Welt zusammenzuführen, um eine begehbare Version des Internets zu schaffen.

Für Finanzinstitute und Unternehmen ergibt sich daraus sowohl intern wie extern ein großes Potenzial. Dieses reicht von gemeinsamen Meetings in virtuellen Räumen hin zu einer virtuellen Präsenz der eigenen Marke. Aus diesem Grund benötigen Händler und Intermediäre, wie Banken, eine Strategie, um die Möglichkeiten, die sich durch Metaversen ergeben, nutzbar und profitabel zu machen.

Was ist ein Metaverse und wie ist es aufgebaut?

Eine konsolidierte Definition des Begriffs „Metaverse“ gibt es derzeit noch? nicht. Aber es lassen sich einzelne Komponenten benennen, die ein fester Bestandteil eines Metaverse sind:

Diese unterschiedlichen Technologien aus den drei Komponenten werden kombiniert genutzt, um die Metaversen möglich zu machen. Es gibt nicht das eine Metaverse und auch nicht die eine virtuelle Welt, sondern viele verschiedene Welten, die von verschiedenen Unternehmen entwickelt werden. Insofern unterscheiden sich die Metaversen darin, wie die einzelnen Komponenten bei der Entwicklung integriert und später genutzt werden.

Die sieben Kernmerkmale eines Metaverse

Es gibt sieben Kernmerkmale, die ein Metaverse erfüllen sollte:

Wie funktioniert das Bezahlen im Metaverse?

Des Weiteren benötigen Metaversen einen reibungslosen Zahlungsverkehr. Für den Erfolg eines Metaverse ist es unabdingbar, dass ein flexibles Zahlungssystem geschaffen wird, um die physische und virtuelle Welt nahtlos zu vereinen. Als Zahlungsmittel für den Kauf und Verkauf von digitalen Gütern und Arbeitsleistungen in einem Metaverse dominieren aktuell Kryptowährungen. Gleichzeitig werden Vermögenswerte nicht nur in Kryptowährungen, sondern auch in NFTs gespeichert. Das heißt Nutzer kaufen Vermögenswerte wie virtuelle Kleidung, Immobilien und Kunst in Form von NFTs. Der Handel dieser NFTs erfolgt dabei meistens über einen offiziellen Marktplatz.

Plattformunternehmen positionieren sich bereits als typische Vertreter des neuen Web 3.0-Metaverse und logischerweise kommen Weitere stetig hinzu. In den ersten Prototypen eines Metaverse ist das Erwerben von Waren und Dienstleistungen meist nur mit den Kryptowährungen des jeweiligen Anbieters der virtuellen Welt möglich. In einzelnen Fällen sind aber auch Zahlungen ohne Kryptowährungen und Token möglich. Außerdem gibt es bereits Finanzinstitute, die innerhalb von jenen prototypischen Vertretern das Bezahlen mit anderen Zahlungsmitteln ermöglichen. So könnten beispielsweise durch die Anbindung von Payment Service Providern an Metaversen alle verfügbaren Zahlungsmethoden des Anbieters genutzt werden und so eine nahtlose und sichere Verbindung zwischen der realen und der virtuellen Zahlungsumgebung geschaffen werden.

Welche rechtlichen Auswirkungen hat die Entwicklung eines Metaverse?

Da in Metaversen zukünftig auch virtuelle Güter erschaffen werden und von Nutzern gekauft und verkauft werden können, müssen neue Rechtsfragen geklärt werden. Diese sind wie folgt:

  • Welches Recht gilt in einer internationalen, virtuellen und parallelen Welt?
  • Wie wird zivil- und strafrechtlich verfahren, wenn es zu Streitigkeiten zwischen den Nutzern innerhalb des Metaverse kommt?
  • Welche Rechte erwirbt ein Nutzer mit dem Kauf eines digitalen Vermögensgegenstands und welche Nutzungsbedingungen müssen beachtet werden?
  • Welche finanz- und wertpapierrechtlichen Erlaubnis- und Prospektpflichten ergeben sich bei dem Handel mit digitalen Gütern?

Zusätzlich spielt das Thema Datenschutz in Metaversen eine sehr große Rolle. Zum Zeitpunkt der Registrierung sollte der Nutzer bestimmte Nutzungsbedingungen akzeptieren und allgemeine Informationen erhalten. Diese sollten allerdings situationsabhängig während der Nutzung ergänzt werden. Des Weiteren ist die allgemeine IT-Sicherheit von großer Bedeutung. Nicht ausreichend sicher konfigurierte Anwendungen müssen verhindert und die Systeme vor Hacker-Angriffen geschützt werden.

Wie ist der aktuelle Status des Metaverse?

In Onlinespielen gibt es bereits die ersten Metaverse-ähnlichen Umgebungen, in denen schon heute beispielsweise Konzerte und Filmpremieren mit Zuschauerzahlen in Millionenhöhe stattfinden. Neben Spieleentwicklern arbeiten große Tech-Konzerne wie Meta, Microsoft oder Nvidia daran, digitale Welten zu schaffen. Des Weiteren nutzen viele Unternehmen bereits erste Möglichkeiten dieser digitalen Welten. Insgesamt zeigen /ergeben sich vier grundlegende Verwendungsmöglichkeiten für die nahe bis mittelfristige Zukunft für Unternehmen. Diese sind:_

  1. Virtueller Showroom für Produkte und Dienstleistungen
  2. Kommunikation von Informationen
  3. Training der eigenen Mitarbeiter
  4. Verbesserung der Online-Verkäufe

Auch Finanzinstitute nutzen bereits die Möglichkeiten einzelner virtueller Welten, um sich frühzeitig zu positionieren und im Rahmen dieser neuen Technologien präsent zu sein.

Das Potenzial ist groß, aber eine Einschätzung zum Marktpotenzial des Metaverse lässt sich aufgrund stark unterschiedener Experteneinschätzungen kaum treffen. Das heißt, die Schätzungen für einen Marktwert bis 2030 variieren zwischen 5 Milliarden und 1 Billiarde USD – und damit bis zu fast einem Viertel des BIP von Deutschland. Aufgrund der immensen benötigten Rechenleistung erwarten Experten jedoch ein vollständig entwickeltes Metaversum erst in 10 bis 20 Jahren.

Wie können sich Finanzinstitute heute schon auf die Metaverse Entwicklungen vorbereiten?

Die Unternehmen sollten ihre Organisation mit den möglichen Entwicklungen und Auswirkungen der Metaversen vertraut machen. Eine innovative Customer Journey, geringe Betriebskosten und schnelle Prozesse bergen enorme Potenziale für Unternehmen wie Finanzinstitute. Obwohl die Wirtschaft in einem Metaverse – der ursprünglichen Vision nach – unabhängig vom Einfluss der Intermediäre ist, so bieten sich in der Praxis dennoch Potenziale für Finanzinstitute:

  • Neue Kunden: Banken und FinTechs könnten potenzielle Kunden identifizieren, indem sie diese über Krypto-Wallets einbinden und Zahlungsverkehrs-, Kredit- und Verwahrungsdienstleistungen anbieten.
  • Neue Einkommensquelle: Der Handel mit NFTs könnte durch den dauerhaften Umtausch von Währungen eine Einkommensquelle darstellen.
  • Neuer Vertriebskanal: Wie bei jedem anderem Vermögenswert können Banken ihr Fachwissen in den Bereichen Risikomanagement, Compliance, Betrug und Datenschutz anbieten, um die digitalen Vermögenswerte der Metaverse-Nutzer zu schützen.
  • Direkter Kundenkontakt: In einer übergeordneten Perspektive kann das Metaverse dafür genutzt werden, um wieder in den direkten Kontakt mit Kunden zu treten, indem sie beispielsweise digitale Bankfilialen und Veranstaltungen im Metaverse erstellen.

Die Liste an Möglichkeiten ist so groß wie die Potenziale, die das Metaverse langfristig bietet.

Wie kann TC dabei unterstützen?

Um die Potenziale des Metaverse und dessen einzelne Komponenten nutzen zu können, gilt es so früh wie möglich Chancen und Risiken für das eigene Unternehmen zu identifizieren und sich zukunftsgerichtet zu positionieren. Thede Consulting bietet eine große Bandbreite an Beratungsleistungen, um Ihr Unternehmen auf diesem Weg zu unterstützen. Unsere Experten unterstützen Ihr Unternehmen dabei, die eigene Rolle im Web 3.0 und dem Metaverse zu finden und zu konkretisieren:

Strategie: Gemeinsam entwickeln wir Strategien und Ansätze für geeignete Geschäftsmodelle, um einen proaktiven und zielgerichteten Übergang in das neue Zeitalter des Internets zu ermöglichen.

Umsetzung: Wir begleiten Sie bei der Umsetzung und unterstützen Sie u.a. dabei, Ihre Organisation mit den Auswirkungen vertraut zu machen.

Netzwerk: In unserem TC Netzwerk werden bereits heute VR Technologien bei Finanzdienstleistern eingesetzt, um Kunden einen Technologievorsprung zu ermöglichen.

Sprechen Sie uns gerne an!

Desireé Roth

Kim Griebel

Digitale Revolution

Die Digitalisierung transformiert Kauf- und Bezahlprozesse und bringt eine Notwendigkeit für innovative Payment- und Finanzierungslösungen mit sich. Für traditionelle Banken erhöht sich der Handlungsdruck signifikant, da neue Wettbewerber auftauchen und die Landschaft neu definieren.

Im Interview mit BANKINGNEWS thematisiert unser Managing Partner Eike Maybaum die Auswirkungen der Digitalisierung auf Kauf- und Zahlungsprozesse, sowie die daraus resultierenden Herausforderungen und Chancen für Banken.

BANKINGNEWS: Die Geschäftsmodelle in Industrie und Handel werden zunehmend digitaler. Welche Auswirkungen hat dies auf die Zahlungsabwicklung?

Eike Maybaum: Die Digitalisierung transformiert auch die Kauf- und Zahlungsprozesse und erfordert neue Payment- und Finanzierungslösungen. Wesentliche Treiber sind hierfür die weiterhin wachsende Bedeutung digitaler Vertriebskanäle sowohl im B2B als auch B2C sowie ein stärkerer Fokus der Unternehmen auf eigene Marktplatz-, Plattform- und Direct-to-Consumer-Strategien — und das auf globalem Level. Nutzungsbezogene Angebote wie Pay-per-Use- und Abo-Modelle sowie autonome Transaktionen in IoT-Umfeldern werden darüber hinaus durch die Digitalisierung der Geschäftsmodelle und die zunehmende Vernetzung überhaupt erst möglich.

Was bedeutet das für Unternehmen konkret?

Diese Veränderungen bewirken aus Payment-Sicht vor allem die Notwendigkeit für Unternehmen, komplexere Prozesse sowohl in Hinblick auf eine internationale Skalierung der Geschäftsmodelle als auch vor dem Hintergrund der Einbeziehung von Drittparteien in den Zahlungsfluss bei Plattformmodellen zu beherrschen. Eine steigende Transaktionsanzahl bei gleichzeitig sinkendem Volumen je Transaktion bei nutzungsbezogenen und stärker einzelabsatzorientierten Geschäftsmodellen rückt zudem die Kosten einzelner Zahlungstransaktionen stärker in den Fokus. Hier kommt es für den Erfolg zukünftig noch stärker auf hohe Effizienz, Automatisierung und Kostenmanagement gegenüber eingebundenen Zahlungsdienstleistern an. Für Unternehmen, die sich zunehmend intensiver mit digitalem Vertrieb und Payment auseinandersetzen, führt dies häufig auch zu umfassenden organisatorischen und prozessualen Anpassungen entlang der gesamten Order-to-Cash Kette. Sowohl die Zahlungsinitiierung, die im Vergleich zum Rechnungskauf an einer früheren Stelle im Prozess stattfindet, als auch die Verarbeitung von Zahlungseingängen intern oder für Drittanbieter auf den eigenen Plattformen erfordert neues Denken und moderne, automatisierte und damit effizientere Prozesse in der Abwicklung.

Und verändert sich hierdurch auch das Bezahlen selbst?

Unsere Art zu zahlen ist in einem fortwährenden Umbruch. B2C-originäre Zahlverfahren gewinnen im B2B-Umfeld, vor allem im digitalen Umfeld, immer mehr an Bedeutung und insgesamt treten neue Zahlmethoden verstärkt in Wettbewerb zu den etablierten. So wird einerseits im B2B-Bereich häufiger auf Kartenzahlungen und alternative Zahlmethoden wie PayPal und Klarna, anstelle von Rechnungskäufen und Lastschriften, zurückgegriffen. Andererseits besteht aber durch moderne Techniken und Abläufe wie beispielsweise Request-to-Pay und Sepa Instant Credit Transfers ebenfalls ein hohes Potenzial für eine steigende Relevanz von Account-to-Account-Zahlungen für digitale Geschäftsmodelle, also in der „klassischen“ Domäne der Banken. So setzt auch das neue EPI Scheme auf Echtzeitzahlungen zwischen Bankkonten. Mit dem digitalen Euro steht darüber hinaus erstmals eine zentralbankgestützte digitale Währung  vor einem möglichen Start.

„Banken droht der Verlust wichtiger Grundlagen für eine Geschäftsbeziehung”

Welche Herausforderungen ergeben sich dadurch für Banken?

Durch die Digitalisierung der Geschäftsfelder und den damit einhergehenden geänderten Anforderungen an die Zahlungsabwicklung verändern sich die Bedürfnisse der Firmenkunden nachhaltig. Der klassische Zahlungsverkehr der Banken löst heute oft nur einen zunehmend kleineren Teil der Herausforderungen, mit denen sich die Kunden konfrontiert sehen. Für das ganzheitliche Transaktionsmanagement auf globaler Ebene mit Unterstützung unterschiedlichster Zahlarten sowie Plattform- und nutzungsbasierte Modellen gibt es heute bereits Angebote und Erfolge einer Vielzahl von Zahlungsdienstleistern und Fintechs, die den Unternehmen verschiedenste Dienstleistungen rund um die Zahlungsabwicklung bieten. Waren diese bisher noch auf das Bankkonto der Hausbanken von Unternehmen als zentralen Ankerpunkt des Geldflusses angewiesen, positionieren sie sich strategisch zunehmend als Wettbewerber klassischer Banken um die Kundenbeziehung im Cash Management. Hierfür werden unter Nutzung zunehmend internationaler Netzwerke und Lizenzen der Fintechs Produktpaletten sukzessive in Richtung von Kernleistungen des Transaction Bankings von Banken erweitert und den Unternehmenskunden eine „One-Stop-Shop“-Lösung für alle Zahlungsverkehrsthemen geboten, mit der die klassische Hausbankbeziehung weitgehend ersetzt werden soll. Banken droht also der Verlust wichtiger Grundlagen für eine Geschäftsbeziehung, wenn sie ihre Kunden zukünftig nicht auch ganzheitlicher bedienen können.

Wie sollten Banken auf diese Entwicklungen reagieren?

Banken können die Dynamik des Wandels nutzen und haben die Chance, die Lücke in der Wertschöpfungskette im Zahlungsverkehr zu schließen, indem sie sich selbst wieder als Full-Service-Provider im Bereich Zahlungsakzeptanz platzieren. Dabei ist es wichtig, das eigene Portfolio an Zahlverfahren aktuell und zielgruppenrelevant zu halten sowie Services an den Stellen zu erweitern, welche vom Kunden als wesentliche Unterstützung für digitale Geschäftsmodelle benötigt werden, wie etwa Gateways, Order-to-Cash Lösungen und spezielle Produkte für Plattformen und Marktplätze.

Wie können sich Banken hier von der Konkurrenz abheben?

Bei einem (Wieder-)Einstieg in das Acquiring-Geschäft können Banken vor allem von ihrer bereits bestehenden großen Kundenbasis und -beziehung profitieren und sich wettbewerbsdifferenzierend in der Gesamtbetrachtung der Wirtschaftlichkeit einer Kundenbeziehung möglicherweise flexibler in der Leistungserstellung für den Kunden zeigen als ein hochstandardisierter Zahlungsdienstleister. Banken können dabei auch ihre Marktreputation nutzen und besonders bankenzentrierte Merkmale wie Sicherheit und Vertrauen aktiv an die Händler kommunizieren. Entsprechende Tendenzen sind am Markt in den Angeboten einiger Geschäftsbanken bereits erkennbar. Kompetenzen können dabei selbst aufgebaut oder zum Beispiel durch Kooperationen oder Übernahmen erworben werden. Ob und in welcher konkreten Form das für einzelne Institute sinnvoll ist, sollte in einer entsprechenden Strategie unter anderem unter Berücksichtigung der vorhanden Marktpotenziale und Capabilities, des Ambitionsniveaus sowie einer sorgfältigen Risikoanalyse untersucht werden.

BANKINGNEWS

Auch Unternehmen sind durch die Digitalisierung und die damit einhergehende Transformation in den Zahlungs- und Kaufprozessen mit einer Vielzahl an Veränderungen konfrontiert. Für diese gilt es, u.a. die Order-to-Cash Kette anzupassen, um weiterhin erfolgreich zu bleiben. Banken hingegen sollten sich als vertrauenswürdige Full-Service-Provider im Bereich Zahlungsakzeptanz positionieren und die neuen Zahlungsdynamiken als Vorteil zur Automatisierung und Flexibilität nutzen. Insbesondere haben sie die Möglichkeit ihre Marktreputation zu nutzen und besonders bankenzentrierte Merkmale wie Sicherheit und Vertrauen aktiv an die Händler zu kommunizieren.

Eike Maybaum

Digitale Finanzierungslösungen im B2B E-Commerce

Onlinehandel gewinnt im B2B-Vertrieb stetig an Bedeutung. Neben der Einbindung von Bezahllösungen in digitale B2B-Kanäle spielen auch Finanzierungsangebote als Absatzförderungs- und Kundenbindungsinstrument im B2B E-Commerce eine zunehmende Rolle. Wie lässt sich die Herausforderung einer nahtlosen Einbindung von Payment- und Finanzierungsangeboten in realtime Checkout-Prozesse meistern? Welchen Wertbeitrag kann die Treasury als wesentlicher Enabler digitaler Geschäftsmodelle schaffen? Welche Lösungsansätze können die Kundenbindung stärken?

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung der neuen Veranstaltungsreihe „Treasury on Tour“ am 13. September 2022 in Köln, haben wir ein Beispiel effizienter Zahlungsabwicklung aus der Praxis vorgestellt und das Potenzial von Finanzierungsangeboten als Absatzförderungs- und Kundenbindungsinstrument im digitalen B2B E-Commerce aufgezeigt.

Digitalisierung als Treiber für neue Geschäftsmodelle in Online-Kanälen

Innovationen und optimierte Customer Journeys von digitalen Vorreitern prägen die Kundenerwartungen an digitale Geschäftsmodelle zunehmend auch im reinen B2B Geschäft. Unternehmen stehen dadurch vor neuen Aufgaben und signifikanten Investitionsentscheidungen bei zunehmend steigenden Opportunitätskosten für neue, digitale Geschäftsmodelle. Einige Player treiben die Entwicklung entsprechender Lösungen voran, indem sie digitale Vertriebskanäle aufbauen, nutzungsbasierte Geschäftsmodelle entwickeln oder ihre Angebote zu Marktplätzen umbauen, um diese für Drittanbieter zu öffnen. Welche Rolle spielen digitale Kundenbeziehungen, Produkte, Vertrieb und Plattformen in Ihrem Unternehmen?

Finanzierungsangebote in digitalen Kanälen als wettbewerbsrelevanter Faktor

Neben dem Kauf auf Rechnung gewinnen Kreditkartenzahlungen oder die Einbindung von
weiteren Online-Bezahlverfahren für digitale Geschäftsmodelle stetig an Relevanz. Integrierte Finanzierungslösungen in B2B Angeboten gibt es bisher jedoch eher selten, obwohl solche Lösungen verstärkt kundenseitig erwartet werden und messbar positive Auswirkungen sowohl auf Conversion und Umsatzerlöse als auch Kundenbindung haben. Voraussetzung und gleichzeitig Herausforderung hierbei ist aber die möglichst nahtlose Integration in Checkout-Prozesse mit hohem Automatisierungsgrad und Echtzeitabwicklung.

Erfahren Sie mehr über relevante Marktentwicklungen und Handlungsfelder für die Treasury in unserem Whitepaper. Als führende Payment- und Banking-Beratung machen wir unsere Kunden in ihrem Geschäft erfolgreich – von der Strategie bis zur Umsetzung. Wir stehen für effiziente und schnelle Projekte mit individuell auf die Problemstellung unserer Kunden zugeschnittene Lösungen.

Als langjährige Spezialisten unterstützen wir unter anderem Treasury Abteilungen namhafter globaler Player beim Umgang mit den Anforderungen und Herausforderungen im Bereich digitaler und zunehmend internationaler Geschäftsmodelle und entwickeln gemeinsam erfolgreiche Strategien und innovative Setups rund um das Kernthema Digital Payments. Wir bieten dabei hochgradiges und fundiertes Expertenwissen und -netzwerke von erfahrenen Beratern mit hoher Methodenkompetenz sowohl in Strategie als auch Implementierung sowie umfassenden Markt- und Branchenkenntnissen.

Sprechen Sie uns gerne an.

Eike Maybaum

Kirsten Samson

Die Treasury als Enabler digitaler Geschäftsmodelle

Die Digitalisierung von (End-)Kundenbeziehungen, Produkten und Vertrieb gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Treasury. In Ihrer Komplexität von Business Units häufig unterschätzt, ist eine effiziente, barrierefreie und rechtskonforme Zahlungsabwicklung in digitalen Kanälen einer der kritischsten Faktoren für eine erfolgreiche Transformation.

Im Rahmen des Finanzsymposiums 2022 haben wir gemeinsam im Expertenkreis diskutiert, wie die Treasury sich rund um das Kernthema Digital Payments als Unterstützer und Gestalter des Wandels positionieren und gleichzeitig effiziente und transparente Prozesse sicherstellen kann.

Vernetzung und Digitalisierung in der Treasury

Innovationen und optimierte Customer Journeys von digitalen Vorreitern prägen die Kundenerwartungen an digitale Geschäftsmodelle. Traditionell aufgestellte Unternehmen stehen dadurch vor neuen Aufgaben und langen Investitionszyklen, die zu steigenden Opportunitätskosten für neue, digitale Geschäftsmodelle führen. Einige Unternehmen treiben die Entwicklung entsprechender Lösungen voran, indem sie digitale Vertriebskanäle aufbauen oder ihre Leistungen zu Marktplätzen umbauen, um diese für Drittanbieter zu öffnen. Welche Rolle spielen digitale Kundenbeziehungen, Produkte, Vertrieb und Plattformen in Ihrem Unternehmen?

Welche Rolle spielt Ihre Treasury Organisation derzeit bei der Digitalisierung von Services und Vertriebskanälen, insbesondere in Hinblick auf Zahlungsabwicklung?

Eine effiziente Zahlungsabwicklung wird in einer digitalen und vernetzten Welt zunehmend zu einem kritischen Erfolgsfaktor. Die Digitalisierung transformiert die Kauf- und Zahlungsprozesse und erfordert neue Payment- und Finanzierungslösungen. Dadurch erweitern sich die Handlungsfelder für die Treasury, die jetzt die Chance haben, sich selbst als Enabler aufstellen und zentrale Services für die Zahlungsabwicklung digitaler Geschäftsmodelle anbieten, und ggf. auch selbst erbringen kann.


Erfahren Sie mehr über relevante Marktentwicklungen, D2C-Strategien, Einsparpotenziale durch Einführung einer standardisierten Digital Payment Lösung und mögliche Zielmodellansätze in unserem Whitepaper. Als führende Payment- und Banking-Beratung machen wir unsere Kunden in ihrem Geschäft erfolgreich – von der Strategie bis zur Umsetzung. Wir stehen für effiziente und schnelle Projekte mit individuell auf die Problemstellung unserer Kunden zugeschnittene Lösungen.

Als langjährige Spezialisten unterstützen wir unter anderem Treasury Abteilungen namhafter globaler Player beim Umgang mit den Anforderungen und Herausforderungen im Bereich digitaler und zunehmend internationaler Geschäftsmodelle und entwickeln gemeinsam erfolgreiche Strategien und innovative Setups rund um das Kernthema Digital Payments. Wir bieten dabei hochgradiges und fundiertes Expertenwissen und -netzwerke von erfahrenen Beratern mit hoher Methodenkompetenz sowohl in Strategie als auch Implementierung sowie umfassenden Markt- und Branchenkenntnissen.

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Überarbeitung der Verbraucherkreditrichtlinie

Das Kauf- und Bezahlverhalten der Konsumenten in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Dies zeigt sich an den sukzessiv sinkenden Bargeldzahlungen im stationären Handel, am wachsenden Anteil der Online-Zahlungen und ebenso am veränderten Kreditnutzungsverhalten der Verbraucher. Dieser Wandel erfordert einen entsprechend anspruchsvolleren Verbraucherschutz. Daher hat die EU-Kommission im Juni 2021 eine Überarbeitung der Verbraucherkreditrichtlinie 2008/48/EG auf den Weg gebracht. Diese Anpassung soll die Grundlage für einen EU-weit einheitlichen Rechtsrahmen für die Vergabe von Krediten an Verbraucher bilden.

Welche Themen stehen im Fokus der Überarbeitung? Welche Verbesserungen sind für Kunden zu erwarten? Auf welche Auswirkungen müssen sich Finanzdienstleister und Händler vorbereiten?

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Digitalisierung als Auslöser der neuen Verbraucherkreditrichtlinie

Seit Inkrafttreten der Verbraucherkreditrichtlinie im Jahr 2008 haben sich durch die Digitalisierung und zusätzlich verstärkt durch die Pandemie der Entscheidungsprozess und die Gewohnheiten der Verbraucher grundlegend verändert. Mit dem Anstieg von Onlinekäufen ist es nun notwendig geworden, die Verbraucherrechte anzupassen. Die Europäische Kommission möchte mit dem Vorschlag zur Überarbeitung der Richtlinie sicherstellen, dass Kreditangebote den Verbrauchern klar, leicht verständlich und auch auf digitalen Geräten transparent angeboten werden.

Verbraucher erwarten heute reibungslose und schnellere Verfahren zur Kreditaufnahme. Eine für Kunden und Anbieter gleichermaßen attraktive Variante des Konsumentenkredits stellen Angebote dar, die dem Käufer direkt während des Einkaufsprozesses offeriert werden. Der finanzielle Spielraum für den Kunden wird dadurch zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung erhöht und die Kaufbereitschaft entsprechend getriggert. Der Kauf kann dabei sowohl am POS als auch Online erfolgen. Finanzierungsangebote während des Kaufs erweitern aus Sicht der Konsumenten das Payment-Angebot und haben sich inzwischen als Standard im Payment-Mix etabliert.

Buy Now, Pay Later (BNPL) Angebote im Einkaufsprozess

Ausgelöst durch die Digitalisierung hat sich neben der Angebotserweiterung auch der Vertrieb der Kreditangebote stark verändert. Es ist eine zunehmende Verlagerung auf sofort verfügbare Online-Kredite zu beobachten. Die direkte Einbindung von Finanzierungsangeboten im Kunden-Frontend der Händler-Webseiten sowie die Abbildung digitaler Antrags- und Genehmigungsstrecken haben für Anbieter wie Klarna, Afterpay oder PayPal ein Feld für ein neues Angebot an Konsumentenkrediten geöffnet. Entsprechend haben sie sich in den letzten Jahren mit neuen und digitalen Finanzierungsmethoden auf dem Markt durchgesetzt.

Neben Geschäftsmodellen wie der „0%-Finanzierung“ sind dies insbesondere eine stetig wachsende Anzahl an „Buy Now, Pay Later“ Angeboten (BNPL) (mehr Informationen zu Buy Now, Pay Later). Insbesondere in Deutschland werden diese Kreditmöglichkeiten gerne und häufig genutzt, da sie dem Verbraucher mehr Kontrolle über ihre Finanzen geben. Insbesondere bei größeren Anschaffungen können Produkte zum gewünschten Zeitpunkt gekauft und genutzt werden, ohne darauf sparen zu müssen. Ein weiterer Pluspunkt von BNPL-Angeboten ist der einfache Checkout-Prozess.

Marktanteil BNPL in Deutschland – Veränderung Marktanteil BNPL in nationalen E-Commerce-Zahlungen 2016-2020,
nach Transaktionsvolumen, in %*

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Vorgeschlagene Aktualisierungen der Verbraucherkreditrichtlinie

Das Anwendungsspektrum der Verbraucherkreditrichtlinie soll mit der Überarbeitung deutlich erweitert werden. Nach der Überarbeitung fallen zukünftig alle Kreditverträge, die über Peer-to-Peer-Kreditplattformen geschlossen wurden, Leasingverträge, zinslose Verbraucherkredite, sowie entgeltfreie Kredite unter die Richtlinie. Auch Kredite unter 200 Euro werden zukünftig EU-weit von der Richtlinie abgedeckt werden. Diese Anforderung ist in Deutschland bereits umgesetzt bzw. in der nationalen Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie aus 2008 berücksichtigt. Außerdem werden auch neue Finanzinstrumente wie BNPL von der Richtlinie eingeschlossen.

Informationspflichten

Zum Schutz des Verbrauchers sieht die Anpassung der Richtlinie vor, dass die Kreditnehmer transparent und digital darüber informiert werden, welche vertraglichen Pflichten sie gegenüber den Finanzierungsanbietern eingehen. Informationsanforderungen müssen zukünftig für die Darstellung auf digitalen Geräten angepasst werden. Die Informationen zu Krediten müssen klar und knapp formuliert werden, um gegenüber dem Verbraucher transparent zu sein, diesen aber gleichzeitig auch nicht mit zu vielen Informationen zu konfrontieren.

Preisobergrenzen für Zinssätze

Für Zinssätze, effektiven Jahresszins und Gesamtkosten des Kredits sind Preisobergrenzen für den Verbraucher ein möglicher weiterer Gegenstand der überarbeiteten Richtlinie. Die bisherige Rechtslage in Deutschland sieht derzeit keine gesetzliche Preisregulierung im Kreditrecht vor. Eine Preisobergrenze ist aktuell durch den Wuchertatbestand gem. BGB und durch ständige Rechtsprechung des BGH begrenzt. In der Stellungnahme zum Richtlinienentwurf bezieht sich der Bundesrat auf die Rechtsprechung zum Wuchertatbestand, so dass ggf. in der deutschen Umsetzung der Richtlinie keine Veränderung der Rechtslage einhergeht.

Transparente Einwilligung

Voreingestellte Checkboxen, die aus Sicht der Aufsicht für den Verbraucher ggf. intransparent sein und ihm einen Nachteil verschaffen könnten, sollen in der überarbeiteten Richtlinie unterbunden werden. Der Verkauf von Krediten ohne eine ausdrückliche Einwilligung des Verbrauchers werden untersagt. Weiterhin sollen Kreditwürdigkeitsprüfungen zukünftig verstärkt im Sinne des Verbrauchers stattfinden. Kreditgeber, die automatisierte Algorithmen, das sog. “Profiling“, für die Kreditwürdigkeitsprüfung einsetzen, werden sich mit höheren Anforderungen und besonderen Rechten des Verbrauchers auseinandersetzen müssen, u.a. bzgl. des Rechts auf Erläuterungen zur Kreditwürdigkeitsprüfung. Ergänzend sollen in den Verbraucherkreditgeschäften zukünftig, stärker als in der Vergangenheit, Verpflichtungen zur Unterstützung verschuldeter Verbraucher mit einfließen.

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Was bedeutet die Überarbeitung der Verbraucherkreditrichtlinie auf nationaler Ebene für Finanzdienstleister?

Die Richtlinie ist derzeit in der Konsultation in der europäischen Gesetzgebung und wird mutmaßlich in den nächsten Jahren zu deutlichen Veränderungen in den Anforderungen an Verbraucherkreditangeboten führen. Die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht wird sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringen.

Herausforderungen und Chancen der überarbeiteten Verbraucherkreditrichtlinie

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Anbieter von Payment- und Finanzierungsprodukten sind aufgefordert, sich rechtzeitig mit den Änderungen im Verbraucherkreditrecht und möglichen Auswirkungen auf ihre Angebote und Geschäftsmodelle zu beschäftigen, um erforderliche Anpassungen im Rahmen einer Optimierung der Angebote für die Konsumenten einfließen zu lassen.

Thede Consulting unterstützt Ihr Unternehmen darin, Ihren individuellen Anpassungsbedarf bei den Finanzierungsmodellen zu prüfen, die bisher noch nicht durch die Richtlinie abgedeckt sind. Möglicherweise werden Anpassungen erforderlich sein, um insbesondere die Balance zwischen Erfüllung der rechtlichen Anforderungen auf Seiten der Anbieter (Informationspflichten, Prozessanpassungen bei Antragsstrecken usw.) und den Anforderungen der Konsumenten an digitale und durchgängige Antrags- und Genehmigungsprozesse sicherzustellen. TC berät sie mit Expertenwissen und setzt die geplanten Schritte gemeinsam mit Ihnen um.


Die Vorschläge der Kommission werden aktuell vom Rat und vom Parlament erörtert. Wir halten Sie auf dem Laufenden.




Quellen:
*Global Payments Report 2021; Statista
Logos © der Unternehmen

Podcast girocard

EHI Podcast zur girocard: Carlos, was ist die beliebteste Zahlungsart am POS?

Unser Kollege Dr. Carlos Nasher ist zu Gast im EHI Podcast zur girocard. Er gibt einen Überblick zu den wichtigsten Akteuren und Zahlungsarten im Payment und spricht über die beliebteste Zahlungsart am Point of Sale – die girocard. Erfahren Sie, warum dieses Zahlungsmittel in Deutschland so beliebt ist und wo die Reise in Zukunft hingeht.

Die girocard als beliebteste Zahlungsart am POS findet man im E-Commerce bislang noch nicht. Aber die Deutsche Kreditwirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die girocard onlinefähig zu machen. Was versteht man eigentlich genau unter der “digitalen girocard”? Angenommen, 100 Millionen girocards würden digitalisiert und in verschiedenen Mobile Payment Apps hinterlegt – würde dies den Durchbruch für Mobile Payment bringen?

 

Diese und viele weitere Fragen beantwortet Dr. Carlos Nasher im EHI Podcast #10:

 

Carlos, was ist die beliebteste Zahlungsart am POS?

EHI Podcast girocard

Hören Sie rein in den EHI Podcast zur girocard >>>
EHI Podcast zur girocard via Spotify
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Carlos, was wünscht Du Dir für die Zukunft im Payment?

“Ich wünsche mir mehr Kooperationen aller Player im Zahlungsverkehr, vor allem auf europäischer Ebene, denn nur miteinander können sie Innovationen vorantreiben. Es gibt viele Themen und viel Potenzial rund um den Zahlungsverkehr: die European Payment Initiative, den digitalen Euro, auch digitale Identitäten … Wenn wir diese Themen in Kooperation auf europäischer Ebene entwickeln können, dann können daraus sehr gute Innovationen und Produkte werden.”

 

Im Podcast des Forschungsinstituts EHI kommen regelmäßig Menschen aus der Retail Branche zu Wort über aktuelle Trends und Herausforderungen im Handel. In dieser Folge ist unser Kollege Dr. Carlos Nasher zu Gast und gibt einen Überblick zu den wichtigsten Akteuren und Zahlungsarten im Payment.

Moderation: Caroline Coelsch

Technische Produktion: Philipp Lusensky

Alle Folgen und mehr Infos zum EHI LAB: www.ehi-lab.org/podcast